Ein Grossauftrag

Im Mai dieses Jahres hatte unsere kleine (3 Leute) WebDesign-Firma einen Hosting-only Auftrag einer grossen Schweizer Firma bekommen. Da wir zum einen billig waren und zum anderen das von einer anderen Firma erstellte Formular für Feedback-Nachrichten überarbeitet hatten, wurden wir eines Tages (Anfang Juni) angefufen, ob wir auch Intranets "machen" würden.

Überglücklich sagten wir zu, worauf sich das folgende Abenteuer entwickelte:

Planung in einer Lateinstunde

Lateinisch ist, oder besser, war eine Weltsprache. Als ich die Wahl der Maturtypen hatte, war ich der festen Meinung, dass Kenntnisse in dieser "Sprachenleiche" unbedingt zur Allgemeinbildung gehören würden. Mittlerweile bin ich hier anderer Meinung, vor allem weil unser Lehrer ein absoluter Schnarchsack ist (gäääähn).

Im Juni kam dann die Zeit, in der Vorträge von Klassenkameraden gehalten wurden: Einer Stand vorne beim Hellraumprojektor und schwitzte, wegen dem genialen Fabrikat des Projektors, Baujahr 1960, mehr als während einer Turnstunde. Der Rest der Klasse widmete sich anderen Dingen.

In einer solchen Lateinstunde ist dann das Konzept für das Intranet entstanden: Ich habe ein Blatt Papier gezückt und habe begonnen zu zeichnen. Nach 45 Minuten war ich fertig. "Das Konzept könnte funktionieren", war die Meinung von mir und meinem Kollegen.

Kampf beim Betreten des Firmengebäudes

Als wir dann am Tage der Sitzung bei der Anmeldung am Haupteingang standen wurden wir vom "Anmeldedrachen" sehr misstrauisch betrachtet: Man schien uns nicht so ganz zu trauen, dass wir uns nicht in der Türe geirrt haben. Die Sekretärin schien noch niemals so junge Leute gesehen zu haben, die einen Termin beim Chef der Informatik hatten.

Aus Misstrauen wurde dann aber schnell Erstaunen, als der obengenannte Chef trotz unserer halbstündigen Verfrühung sofort von der Arbeit zu uns gestürzt hat.

Die folgende Sitzung war interessant. Wir hatten Recht: Das Konzept aus der Lateinstunde schien zu laufen: In einer Woche mussten wir fertig sein, was kein Problem wäre, wenn da nicht das Detail wäre, dass ich das Intranet mit ASP-Programmen aufziehen wollte und null Ahnung hatte....

Dokumentationen von Microsoft sind nicht schlecht

Kaum zu Hause angekommen habe ich damit begonnen, die Dokumentation zu den ASP, eine Erweiterung für den IIS, zu lesen. Es brauchte Zeit, aber es schien so, als würde sich Erfolg einstellen.

Die folgende Woche sah interessant aus: 6 Uhr aufstehen, Schule von 7.30 Uhr bis 15.40 Uhr (zum Teil auch nur bis 12 Uhr), nach Hause kommen, essen, eventuell mit dem Hund spazieren, Programmieren bis 2 Uhr.

Ich hatte Erfolg. Auch wenn ich die grössten Zweifel hatte, es schien so, als werde ich rechtzeitig fertig.

Am Vortag (besser: Vornacht) der Sitzung habe ich bis 4 Uhr morgens gesrbeiet, um alle Bugs zu fixen. Nach 2 Stunden erhohlsamen Schlafes musste ich dann aufstehen und zu Schule gehen. Ich verspürte keine Müdigkeit. Der grosse Tag war gekommen: Freitag der 3 Juli 1998!

Die Installation

Prompt sind wir in den falschen Zug eingestiegen: Von 5 S-Bahnen nach Örlikon fahren vier an der Richtigen Station vorbei; nur eine mach eine Ausnahme.... Ich hasse das.

Nach einem March von etwa 1km sind wir dann aber doch angekommen, wenn auch mit einer Verspätung von einer Viertelstunde.

Der Netzwerkadministrator war ein seltsamer Typ: Zuerst total schweigsam, wohl auch misstrauisch, wieso zum Teufel er zwei Jugendliche in den Hochsicherheitstrakt der Firma lassen sollte. Aber das hinderte uns nicht daran, mit der Installation meiner Software zu beginnen.

Erfolg: Nach erneuten 4 Stunden harter Arbeit ist der ganze Spass nun installiert und läuft. Wir warten nun auf erste Stimmen von Mitarbeitern..

Fortsetzung folgt...


--Datum der letzten Änderung: 26.03.99 21:11:48 MEZ--

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